Von der Seilbahn zur Systemtechnik – MBSE als Schlüssel bei Inauen-Schätti

Modellbasiertes Systems Engineering (MBSE) verändert die Art, wie komplexe Systeme entwickelt werden. Dr. Daniel Henseler von der Schweizer Inauen-Schätti AG zeigt, wie diese Methodik nicht nur Entwicklungszeiten verkürzt, sondern auch Qualität und Sicherheit auf ein neues Niveau hebt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie modellbasiertes Systems Engineering (MBSE) die Produktentwicklung verändert.

Zusammenfassung

  • Qualität und Sicherheit als Fundament: Inauen-Schätti setzt auf modellbasierte Ansätze und Tools wie Ansys medini Analyze, um Risiken frühzeitig zu erkennen und die funktionale Sicherheit systematisch zu integrieren.
  • Ein persönlicher Weg zu MBSE: Daniel Henseler bringt Erfahrungen aus der Startup-Welt ein und etabliert MBSE als strategisches Werkzeug für effiziente und transparente Entwicklungsprozesse.
  • Partnerschaften als Schlüssel: Mit Unterstützung von CADFEM gelingt die Implementierung neuer Methoden. Durch Schulungen, Beratung und technisches Enablement wird MBSE zum Effizienztreiber für die Zukunft.

Wie erreicht Inauen-Schätti Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit?

Die Entwicklung der Kompaktseilbahn KSB 2.0 und der Schrägaufzugssysteme stellte eine grundlegende ingenieurtechnische Herausforderung dar: Beides sind komplexe Systeme, die ein präzises Verständnis von Schnittstellen und Interaktionen erfordern.

Um eine solche Komplexität effizient zu beherrschen zu können, gibt es modellbasierte Systems-Engineering-Ansätze, die Block- und Schnittstellendiagramme nutzen, um daraus Analysen für die funktionale Sicherheit (z. B. FMEA) abzuleiten. Ohne eine solche direkte Methodik müssen Entwicklungs-Teams zahlreiche Iterationsschleifen durchlaufen, –  mit erheblichen Zeit- und Kostenfolgen.

Die größte Herausforderung liegt dabei nicht im Produkt selbst, sondern in der systematischen Anwendung und Verinnerlichung eines solchen modellbasierten Ansatzes.

Die Lösung besteht in einer robusten Modellstruktur, die eine systematische Analyse komplexer Wechselwirkungen ermöglicht und um anschließende strukturmechanische Berechnungen ergänzt werden kann.

Implementierung und Schlüsselrolle von CADFEM

CADFEM spielte eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Umsetzung des Pilotprojekts – mit technischer Expertise und kommerzieller Beratung. Das fundierte Wissen über modellbasierte Ansätze wie FMEApex war für die Projektimplementierung im Jahr 2023 essenziell.

Die Implementierung erfolgte intern, mit gezielten Schulungen unter Leitung von Dr. Daniel Henseler, der das Pilotprojekt eigenständig betreute. Über sechs Monate hinweg validierte diese Pilotstudie die Vorteile der modellbasierten Strategie und etablierte sie als praktikables Rahmenwerk für zukünftige Projekte.

Darüber hinaus lieferte CADFEM strategische Beratung zur Software-Nutzung und vertiefte Schulungen, sodass die Ingenieure von Inauen-Schätti die neue Methodik sicher anwenden konnten. Während des gesamten Prozesses blieb die Unterstützung durch CADFEM konstant und zuverlässig.

Strategischer Nutzen: MBSE als Effizienztreiber

Die Einführung von MBSE ist für Firmen mehr als nur ein technisches Upgrade. Es ist ein strategischer Schritt, um Entwicklungszyklen zu verkürzen, Qualität zu steigern und langfristig Kosten zu senken.

Pilotprojekte zeigen bereits heute klare Vorteile:

  • Zeitersparnis von bis zu 50-70 % durch frühzeitige Fehlererkennung
  • verbesserte Kommunikation durch visuelle Modellstrukturen
  • höhere Produktqualität durch eindeutige Systemdarstellungen
  • mehr Sicherheit durch nachvollziehbare Risikoanalysen

CADFEM als Partner spielte dabei eine zentrale Rolle, mit Schulungen, technischer Beratung und strategischer Begleitung. Die Kombination aus Tool-Kompetenz und methodischer Unterstützung – das Enablement – ebnet den Weg.

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Wenn Know-how auf Unternehmenskultur trifft

In der Welt der funktionalen Sicherheit und des Systems Engineering sind es nicht nur Methoden und Tools, die Innovation vorantreiben, es sind Menschen mit Visionen. Einer von ihnen ist Daniel Henseler. Als Projektingenieur und stellvertretender Technikleiter bei Inauen-Schätti bringt er nicht nur technisches Know-how mit, sondern auch eine Geschichte, die zeigt, wie persönliche Erfahrungen und strategisches Denken zusammenwirken können. Wir haben mit ihm gesprochen über seinen Weg vom Startup zur Seilbahntechnik, über die Rolle von Ansys medini Analyze und CADFEM und darüber, wie modellbasiertes Systems Engineering (MBSE) die Produktentwicklung verändert.

Herr Henseler, Sie haben sich intensiv mit modellbasiertem Systems Engineering beschäftigt. Wie kam es dazu?

Das begann 2023, als ich bei einem Startup namens Compliag AG tätig war. Wir waren ein kleines Team, spezialisiert auf regulierte Branchen wie Medizintechnik und Life Sciences. Unsere Stärke lag in der Agilität. Wir konnten neue Methoden schnell testen und umsetzen. MBSE war für uns ein Schlüssel, um komplexe regulatorische Anforderungen effizient zu bewältigen.

Was war das Besondere an Ihrer Arbeit dort?

Ich habe die FMEA-7-Schrittmethodik nach AIAG/VDA mit modellbasierten Ansätzen kombiniert und daraus ein eigenes Konzept entwickelt. Die Blockdiagramme, die ich dafür erstellt habe, entstanden in einem separaten Tool. Dort konnte ich die Systemstruktur, Funktionen und Schnittstellen sehr detailliert modellieren.

Und wie kam dann Ansys medini Analyze ins Spiel?

Das war ein sehr entscheidender Schritt. Ich konnte die von mir vorbereiteten Blockdiagramme direkt in die Software importieren – und dort die komplette FMEA Analyse durchführen. Medini hat mir ermöglicht, Risiken zu bewerten, Maßnahmen zuzuordnen und sogar die Argumentation mit Simulationsergebnissen zu verknüpfen. Die Arbeitsweise war extrem effizient. Alles war nachvollziehbar, visuell klar und methodisch sauber. Ich war wirklich begeistert, wie schnell und strukturiert ich arbeiten konnte. Medini hat meine Argumentationsstrategie gegenüber Kunden und Kollegen enorm gestärkt. Alles war transparent und reproduzierbar.

Ich war wirklich beeindruckt vom CADFEM Support und dem Tool Ansys medini Analyze. Die Transparenz, die Effizienz und die Klarheit der Arbeitsweise haben mir geholfen, meine Ideen schnell und überzeugend umzusetzen.
Dr. Daniel Henseler
Entwicklungsingenieur bei Inauen-Schätti

Sie sind dann zu Inauen-Schätti gewechselt – ein ganz anderes Umfeld. Wie war dieser Übergang?

Der Unterschied ist enorm. Compliag war ein agiles Beratungs- und Entwicklungsstartup mit 3–4 festen Mitarbeitenden und einem Netzwerk aus Experten. Inauen-Schätti ist ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen mit rund 70 Mitarbeitenden, das komplexe Infrastrukturprojekte umsetzt – Seilbahnen, Schrägaufzüge, Sondermaschinen. Die Anforderungen sind technischer, die Strukturen etablierter.

Was bedeutet das für Ihre Arbeit?

Bei Compliag ging es oft um regulatorische Beratung und schnelle Umsetzung. Bei Inauen-Schätti geht es um langfristige Produktentwicklung, hohe Sicherheitsanforderungen und komplexe technische Systeme. Aber genau hier kann ich mein Wissen einbringen – etwa durch Blockdiagramme, strukturierte Risikoanalysen und die Einführung von MBSE in die Entwicklungsprozesse.

Wie ist die Umgebung bei Inauen-Schätti für die Implementierung?

Sehr offen. Die Firma hat eine starke Innovationskultur und ist bereit, neue Methoden zu testen. Wir haben bereits erste Workshops zur funktionalen Sicherheit durchgeführt, und MBSE wird zunehmend als strategisches Werkzeug erkannt – gerade im Hinblick auf kommende regulatorische Anforderungen.

Diese Kombination aus technischer Unterstützung, Training und individueller Begleitung zeigt, dass CADFEM nicht nur ein Softwareanbieter ist, sondern ein vertrauenswürdiger Engineering-Partner.
Dr. Daniel Henseler
Entwicklungsingenieur bei Inauen-Schätti

Herr Henseler, wir haben viel über funktionale Sicherheit gesprochen. Aber mit Blick auf die neue Maschinenverordnung und den Cyber Resilience Act – was kommt da auf Firmen wie Inauen-Schätti noch zu?

Die funktionale Sicherheit ist bei uns aktuell das zentrale Thema. Wir arbeiten daran, sie systematisch in unsere Entwicklungsprozesse zu integrieren – mit MBSE als methodischer Grundlage. Die neue Maschinenverordnung wird das noch verstärken, denn sie verlangt eine strukturierte Betrachtung sicherheitsrelevanter Funktionen. Dazu haben wir bereits erste Workshops intern durchgeführt.

Und Cyber Resilience?

Das ist ein zusätzliches, neues Feld, das beginnt erst jetzt gerade. Die Maschinenverordnung wird künftig ja auch digitale Risiken adressieren, etwa durch Anforderungen an sichere Steuerungssysteme, Schnittstellen oder Software-Updates. Ich sehe hier wieder MBSE als Schlüssel: Nur wenn wir unsere Systeme vollständig modellieren – inklusive digitaler Komponenten – können wir Risiken frühzeitig erkennen und absichern.

Fazit: Innovation braucht die Begeisterung von Menschen wie Dr. Daniel Henseler

Die regulatorischen Anforderungen verändern sich und mit ihnen die Erwartungen an Engineering-Teams. Die neue Maschinenverordnung bringt funktionale Sicherheit in den Fokus, der Cyber Resilience Act erweitert diesen Rahmen um digitale Resilienz. Für die Firmen bedeutet das: Die Produktentwicklung muss nicht nur sicher, sondern auch resilient und nachvollziehbar sein.

Doch Methoden allein reichen nicht aus. Es braucht Menschen, die diese Themen vorantreiben – mit Erfahrung, Begeisterung und strategischem Weitblick. Dr. Daniel Henseler ist bei Inauen-Schätti genau dieser Mensch: ein Innovationstreiber, ein Champion für funktionale Sicherheit und ein Brückenbauer zwischen klassischem Maschinenbau und digitaler Zukunft. Seine Erfahrungen aus dem Startup-Bereich, seine Begeisterung für Tools wie Ansys medini Analyze und sein systemisches Denken machen ihn zu einer Schlüsselfigur für die digitale Transformation.

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Dr. Jan Seyfarth

Autor

Dr. Jan Seyfarth

CADFEM Germany GmbH

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jseyfarth@cadfem.de

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Autor

Dr. Daniel Henseler

Inauen-Schätti AG

christophe.dhenseler@seilbahnen.ch

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Redaktion

Christophe Ozier-Lafontaine

CADFEM (Suisse) AG

+41 21 614 80 48
christophe.ozier-lafontaine@cadfem.ch