Agrartechnik von Pöttinger: Erfolgreich mit Simulation
Alexander Kunz
12.05.2026
Mit Ansys und CADFEM zu hochwertigen Landmaschinen
„Erfolgreicher mit Pöttinger“: Sein Kundenversprechen erfüllt der Spezialist für Landtechnik durch partnerschaftliche Verlässlichkeit und den Einsatz neuester Methoden. In der Produktentwicklung stehen dafür die intensive Nutzung und der kontinuierliche Ausbau von Simulationstechnologie. Sie hilft Pöttinger, die wachsende Komplexität der Produkte mit Innovationen und maximaler Qualität zu verbinden.
Pöttinger ist ein international führender Spezialist für Landtechnik. | © Pöttinger
Zusammenfassung
- Beim Landtechnik-Spezialist Pöttinger sind Simulationen ein integraler Bestandteil des Entwicklungsprozesses aller Produkte.
- Insbesondere in der frühen Entwicklungsphase wird intensiv simuliert, so dass bereits die virtuellen Prototypen einen sehr hohen Reifegrad haben.
- Die Beispiele des Ladewagens JUMBO und des HIT Großflächenzetterers zeigen, wie Simulationen entscheidend zu Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit beitragen.
Schon seit über 25 Jahren wird bei Pöttinger simuliert. Zunächst mit Ansys als Applikation auf einem CAD-Arbeitsplatz, seit 2007 in einer eigenen Abteilung mit mehreren Ansys-Lizenzen und einem engen Draht zum Team von CADFEM Austria. Seitdem sind Simulationen integraler Bestandteil der agilen, vernetzten und kooperativen Produktentwicklung – dem „Pöttinger Entstehungs-Prozess“ (PEP).
Josef Bruckner ist seit 2016 als Simulationsingenieur bei Pöttinger und leitet seitdem das Simulationsteam des international führenden Spezialisten für Landmaschinen. Das größtenteils strukturmechanische Simulationsspektrum ist enorm und umfasst viele komplexe Aufgaben wie die Analyse von Klappvorgängen oder die Bewertung von Schweißverbindungen. Das Team um Josef Bruckner löst sie und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Innovation und Qualität, für die der Name Pöttinger im Agrarsektor steht.

Seit 2016 leitet Josef Bruckner das Simulationsteam bei Pöttinger. | © CADFEM
Vertiefen Sie Ihr Wissen: Whitepaper „Ihr Einstieg in professionelle FEM“
Erfahren Sie im Whitepaper, wie Sie Struktursimulation in Ihrem Unternehmen strukturiert aufbauen, typische Fallstricke vermeiden und welche Rolle Ergebnisgüte, Stabilität und IT-Integration in der Praxis wirklich spielen. Zwei Case Studies zeigen, wie Ansys Mechanical in realen Projekten angewendet wird.
CADFEM Whitepaper: Ihr Einstieg in professionelle FEM
Simulation ist im Entwicklungsprozess fest verankert
„Wir entwickeln eigentlich gar nichts mehr ohne Simulation“, unterstreicht Josef Bruckner den Stellenwert. Innerhalb des PEP ist sie überall gefragt – von der konstruktionsnahen Ideenbewertung in frühen Konzeptphasen über die detaillierte Serienproduktentwicklung bis hin zur Analyse der Performance in der Serienbegleitung. Simuliert wird dabei nie im Alleingang, sondern immer kooperativ mit anderen Prozessbeteiligten: Konstruktion, Mess- und Prüftechnik, Musterbau, Produktion, Produktmanagement.

Das Team von Josef Bruckner und seine Simulationen mit Ansys sind ein integraler Bestandteil des Pöttinger Entstehungs-Prozess“ (PEP). Entwickelt wird agil, vernetzt und kooperativ. | © Pöttinger
Schon virtuelle Prototypen mit hohem Reifegrad
Der größte Anteil der vielen Stunden Simulationszeit pro Produkt entfällt auf die frühen Phasen, die Vorentwicklung. Das hat einen einfachen Grund: Designentscheidungen und Änderungen sind dann noch nicht kostenrelevant, Alternativen können ausprobiert, Lösungen für Probleme identifiziert, Weichen gestellt werden – und die Ansys-Simulationswerkzeuge machen das möglich. Anspruch, Ziel und Mehrwert der Simulationsarbeit an virtuellen Prototypen bei Pöttinger sind, dass bereits der erste physikalische Prototyp des künftigen Produktes einen hohen Reifegrad hat.
Nach Highlights gefragt, nennt Josef Bruckner zwei aus „unzählig vielen“ Beispielen: Es geht dabei um die Deichsel des Ladewagens JUMBO und die hochkomplexen Klappvorgänge beim HIT Großflächenzetter.
Wir entwickeln eigentlich gar nichts mehr ohne Simulation.
Robust und leicht: Topologieoptimierte Deichsel
JUMBO heißt das Erfolgsmodell eines Ladewagens von Pöttinger. Beim dynamischen Beladen kommt eine Deichsel zum Einsatz, die abhängig vom Erntevorgang unter vielen unterschiedlichen mechanischen Lastszenarien absolut verlässlich funktionieren muss. Bei der Entwicklung im Jahr 2010 war zur Absicherung zunächst ein zusätzliches schweres Schweißteil vorgesehen, parallel wurde eine leichtere Alternative geprüft. Dazu wurde über eine simulationsgestützte Topologieoptimierung in Ansys Mechanical nicht benötigtes Material identifiziert und entnommen. Ergebnis: Eine Variante, die leichter und zugleich robuster ist als das ursprüngliche Konzept. Ein nachhaltiger Erfolg – der JUMBO wird so bis heute unverändert ausgestattet und verkauft!

Beim JUMBO wurde bereits 2010 das sichernde Schweißteil mit einer Topologieoptimierung in Ansys Mechanical so ausgelegt, dass es mit reduziertem Materialeinsatz alle Funktionen erfüllt. | © Pöttinger
Präzise und zuverlässig: Klappvorgänge ohne Totpunkte
Der HIT Großflächenzetter ist eines der Aushängeschilder von Pöttinger im Bereich der Grünlandtechnik. Auch in seiner größten Version mit 16 Kreiseln auf einer Arbeitsbreite von 17 Metern passt er sich verschiedenen Geländeformen und Untergründen an. Das Besondere: Das Heuwenden erfolgt mit nur minimalem Schmutzeintrag durch Erdpartikel, die beim Einstechen der Zinken der Kreisel leicht ins Heu und damit ins Tierfutter gelangen. Pöttinger konnte durch Ansys-Simulationen die bei den Klappvorgängen entscheidenden Totpunkte identifizieren und die Parameter so anpassen, dass keine Verunreinigung eintritt. Eine wichtige Kundenanforderung – Tierfutter wird in Top-Qualität produziert.

Mit Ansys-Simulationen wurden die entscheidenden Totpunkte bei Klappvorgängen identifiziert und die Parameter so optimiert, dass Verunreinigungen im Tierfutter minimiert wurden. | © Pöttinger
Die Erfolgsformel von Pöttinger: beobachten, folgen, umsetzen
Die Überzeugung in die Möglichkeiten der Simulation und die intensive Nutzung von Ansys in der Produktentwicklung ist einer der Erfolgsfaktoren von Pöttinger. Gemeinsam mit dem Partner CADFEM werden nicht nur immer neue Anwendungsfelder erschlossen, sondern auch Prozesse und Workflows ausgebaut, neue Technologien evaluiert und eingebunden. Beispiele sind Automatisierungen und eine an die eigenen Bedürfnisse angepasste Toolbar. Python zur effizienten Analyse von Lastdaten aus der Mess- und Prüftechnik oder die Einbindung von KI werden aktuell vorangetrieben. Und gemeinsam mit CADFEM beobachtet und bewertet Pöttinger neue Trends. Und wenn ihr Mehrwert erkennbar ist, werden sie zusammen umgesetzt – ganz nach der Devise von Josef Bruckner: „Es gibt immer Luft nach oben“.
CADFEM trifft Josef Bruckner
Im Gespräch mit CADFEM Austria Mitarbeiter Florian Hollaus gibt Josef Bruckner, Leiter Simulation bei Pöttinger, viele weitere Einblicke in die Produktentwicklung bei Pöttinger mit einem besonderen Fokus auf die Simulation, ihre Geschichte, ihre Verankerung im Pöttinger-Entstehung-Prozess (PEP), ihren Mehrwert insbesondere bei strukturmechanischen Aufgaben und wie sie vorangetrieben und ausgebaut wird.
Schauen Sie sich das Interview mit Josef Bruckner (Leiter Simulation, Pöttinger) an: